Bet Tfila – Forschungsstelle

für jüdische Architektur in Europa

Willkommen

19.–20. Juli 2021

Organisatoren:
Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa, TU Braunschweig
Europäsches Zentrum für jüdische Musik, HMTMH, Hannover
Braunschweigisches Landesmuseum
Jüdisches Museum Augsburg Schwaben

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges etablierten sich in vielen Orten Deutschlands rasch – oft nur wenige Tage nach Kriegsende – jüdische Gottesdienste und Gemeinden bzw. Gemeinschaften. Die kleinen, in sich heterogenen und unter oft schwierigen Bedingungen entstandenen jüdischen Gemeinschaften gaben den Überlebenden Halt und Hoffnung. Etwa 15.000 deutsche Jüdinnen und Juden waren zu Kriegsende in Deutschland – als Überlebende oder aus der Emigration zurückgekehrt. Die Jahrzehnte des Wiederaufbaus jüdischen Lebens in Deutschland fanden in verschiedenen Phasen statt und waren eng mit der sich wandelnden soziokulturellen Zusammensetzung der Gemeinden verbunden: Neben den wenigen deutschen Jüdinnen und Juden und den DPs, die sich entschieden hatten, im Land zu bleiben, beeinflussten auch jene, die in den 1960er Jahren nach einem gescheiterten Auswanderungsversuch nach Deutschland zurückgekehrt waren, das Gemeindeleben. Die seit 1945 stattfindenden Transformationsprozesse spiegeln sich vor allem in der religiösen Praxis mit ihren sakralen Räumen, Objekten und musikalischen Traditionen wider. Die Nachkriegszeit kann somit als Phase der Transformation des Judentums betrachtet werden, die konstitutiv für die weitere Entwicklung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Deutschland und weit darüber hinaus werden sollte.

Der Workshop findet statt im Rahmen des Forschungsprojektes „Objekte und Räume als Spiegel der religiösen Praxis jüdischer Gemeinden: Traditionen und Transformationen des Judentums in Deutschland nach der Shoah“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderlinie „Sprache der Objekte“.

Das aktualisierte Workshop-Programm steht Ihnen hier zum Download bereit (Stand 19.07.21) .
Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben; Anmeldung bis zum 15. Juli 2021 an: k.kessler@tu-bs.de 

01. Juli 2021, 18.30 Uhr, Online-Vortrag
Prof. Dipl.-Ing. Andrea Wandel (Trier/Saarbrücken)

Vortragsreihe "Jüdisches Bauen – Architekten & Architekturen"  des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

In ihrem Vortrag wird die Architektin Andrea Wandel Ein- blicke in die Denk- und Arbeitsweise ihres Architekturbüros geben und erläutern, wie sich Architekt:innen heute u. a. mit Kontext und Typus, Prägung und Bedeutung der Bauaufgabe Synagoge auseinandersetzen. Ist Bauen für die jüdische Ge- meinschaft anders? Welche Besonderheiten gibt es und in- wieweit spielt jüdische Geschichte beim Entwurf eine Rolle? Das Büro Wandel Lorch Architekten, ehemals Wandel Hoefer Lorch, konnte in den letzten Jahren mehrere Bauwerke reali- sieren, die große Aufmerksamkeit erhielten: Neue Synagoge Dresden (2001), Synagoge München (2006) mit Gemeinde- zentrum und Museum (2007), Umgestaltung Synagoge Bay- reuth (2017) und das aktuell entstehende Museum MiQua in Köln. Auch mehrere jüdische Gedenkorte wurden vom Büro Wandel Lorch Architekten gestaltet.

Das Programm steht Ihnen hier zum Download bereit .
Die Veranstaltung findet im digitalen Raum statt. Den Zugangslink erhalten Sie nach Anmeldung unter kontakt@igdj-hh.de.

Als eines von 13 neuen Schwerpunktprogrammen richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das SPP "Jüdisches Kulturerbe" ein. Der Antrag entstand in Zusammenarbeit von Prof. Dr. Sarah  M. Ross, Direktorin des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik, Prof. Dr. Michael Brenner, Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der LMU München, Prof. Dr.-Ing. Alexander von Kinenlin, Lehrstuhl für Baugeschichte, Historische Bauforschung und Denkmalpflege an der TU München, Prof. Dr. Anette Weber, Lehrstul für Jüdische Kunst der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und PD Dr.-Ing. Ulrich Knufinke an der Bet Tfila – Forschungsstelle der TU Braunschweig.  Weitere Informationen…

Die DFG hat am 18. Mai 2021 die Einladung zur Projektantragsstellung veröffentlicht. Lesen Sie mehr… 

CfP: Umnutzung, Neubau, Rekonstruktion

Debatten um Architektur und Gedenken in der deutsch-jüdischen Geschichte nach 1945

Workshop, Potsdam, 24.–26. Februar 2022

Im Winter 2022 wird die Tagung "Umnutzung, Neubau, Rekonstruktion – Debatten um Architektur und Gedenken in der deutsch-jüdischen Geschichte nach 1945" von Alexandra Klei (Hamburg/Berlin), Karen Körber (Hamburg), Miriam Rürup (Potsdam) organisiert. Diese Tagung wird zwar nicht von der Bet Tfila mitveranstaltet, dennoch möchten wir Ihnen den Call for Papers gerne zur Kenntnis geben:         

Der Call for Papers steht Ihnen hier zum Download bereit .
Deadline:  31. Juli 2021, tagung-synagogen<at>uni-potsdam.de
Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch

Von Braunschweig in die Welt
Galka Scheyer und die Moderne Kunst

Emmy E. Scheyer, self portrait, 1915, signed RENÉE (Courtesy of Estate of Lette Valeska, trustees: Julia Hammid & Petra Hammid)Die Malerin, Kunsthändlerin und -sammlerin Galka Scheyer, geboren 1889 als Emilie Esther Scheyer, stammte aus einer Braunschweiger Unternehmerfamilie. Bekanntheit in der Kunstgeschichte erlangte sie jedoch weniger durch ihre eigenen künstlerischen Werke, sondern durch die Künstlergruppe „Blaue Vier“, die sie gemeinsam mit vier damals noch wenig bekannten Künstlern des Weimarer Bauhauses gründete: Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Alexej von Jawlensky. Ihr Weg führte sie bis in die USA, wo sie ab 1924 lebte und 1945 in Hollywood starb. 

Als Projekt des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wird die Bet Tfila – Forschungsstelle die Ergebnisse der internationalen Tagung „Galka Scheyer – A Jewish Woman in International Art Business“ publizieren. Galka Scheyers Leben und Netzwerk wird außerdem in Kooperation mit dem Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. und dem Galka Emmy Scheyer Zentrum e.V. online und als Stadtführer durch Braunschweig bekannt gemacht.

 

 

Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben; Anmeldung bis zum 15. Juli 2021 an: k.kessler@tu-bs.de Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben; Anmeldung bis zum 15. Juli 2021 an: k.kessler@tu-bs.de