Bet Tfila – Forschungsstelle

für jüdische Architektur in Europa

Willkommen

25. Mai  2021, 18.30 Uhr, Online-Vortrag
Dr.-Ing. Katrin Keßler (Braunschweig) / Dr. Alexandra Klei (Hamburg/Berlin)

Vortragsreihe "Jüdisches Bauen – Architekten & Architekturen"  des Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

Besonders in größeren Städten zeichnete sich vor 1933/38 jüdische Gegenwart auch in der Vielzahl der realisierten Bauaufgaben aus. Sie verwiesen dabei nicht nur auf die Bedürfnisse von Gemeinden und ihren Mitgliedern, sondern auch auf das (soziale) Engagement von Stiftungen und Privatpersonen. Errichtet wurden Altenheime ebenso wie Waisenhäuser, Schulen, Mädchenwohnheime, Krankenhäuser, Räume für Sportvereine und Kultureinrichtungen. Oft sind diese Gebäude heute noch erhalten, manchmal mit Hilfe (kleiner) Gedenktafeln erinnert, dabei in der Regel aber nachgeordnet in der Wahrnehmung jüdischer Geschichte und Gegenwart. Dabei dienten sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den neu entstehenden Gemeinden oft zur Einrichtung ihrer ersten Gemeindezentren und Betsäle; eine Umnutzung, die sich oft mehrere Jahrzehnte bewährte oder bewähren musste. Neubauten jenseits von Synagogen- und Gemeindehauskomplexen entstanden ab den 1950er Jahren dagegen zunächst nur sehr selten. Es fehlte nicht nur an Geld, sondern auch an einer Notwendigkeit. Erst seit den letzten 20 Jahren bildet sich jüdische Gegenwart zunehmend wieder über eine Vielfalt in den realisierten Bauaufgaben ab. Der Vortrag gibt anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick zu jüdischen Bauaufgaben vor 1933/38 und nach 1945, dabei wird ein Schwerpunkt auf Projekte in Hamburg gelegt.

Das Programm steht Ihnen hier zum Download bereit .
Die Veranstaltung findet im digitalen Raum statt. Den Zugangslink erhalten Sie nach Anmeldung unter kontakt@igdj-hh.de.

08. Juni 2021, 18.30 Uhr, Online-Vortrag
Dipl.-Ing. Mirko Przystawik (Braunschweig)

Vortragsreihe "Jüdisches Bauen – Architekten & Architekturen"  des Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

Die am 13. September 1906 eingeweihte Synagoge am Bornplatz geht auf Entwürfe von Regierungsbaumeister Ernst Friedheim und dem jüdischen Architekten Semmy Engel zurück. Der Gebäudekomplex nahm neben dem Hauptgebäude noch weitere Nebenfunktionen, wie z. B. eine Wochentagsynagoge und ein jüdisches Ritualbad, mit auf. Der Vortrag präsentiert die Architektur der Bornplatzsynagoge im Spiegel der zeitgenössischen Architektur und legt dabei den Focus auf den Beitrag des jüdischen Architekten Semmy Engel. Engel leitete seit 1889 in Hamburg sein eigenes Büro, das er seit den 1920er Jahren gemeinsam mit seinem Sohn Bernd betrieb. Das unter den Nationalsozialisten ausgesprochene Berufsverbot führte Semmy Engel 1938 nach London, wohin sein Sohn bereits 1935 emigriert war.

Das Programm steht Ihnen hier zum Download bereit .
Die Veranstaltung findet im digitalen Raum statt. Den Zugangslink erhalten Sie nach Anmeldung unter kontakt@igdj-hh.de.

Launch Event zur App am 27. April 2021 um 12:30, Livestream

Schüler der Jacobsonschule Seesen am Harz hecken einen Streich aus, der die Schule auf der ganzen Welt bekannt machen soll: Die OPERATION LEGENDÄR. Ihr Abenteuer führt sie quer durch die Schule über das Dach der Synagoge in die Höhle des Löwen, das Haus des Direktors!

Mithilfe der XR-App OPERATION LEGENDÄR im Stil einer interaktiven Graphic Novel wird ein wichtiger, wenig bekannter Aspekt der deutsch-jüdischen Geschichte wiederentdeckt. Der Reformer und Rabbiner Israel Jacobson gründete in der kleinen Stadt Seesen am Harzrand eine bedeutende Reformschule für jüdische und christliche Schüler und die erste Reformsynagoge der Welt, ein Ursprungsort des modernen Judentums. Doch bisher ist die Bedeutung dieser „jüdischen Renaissance von welthistorischem Ausmaß“ (Heinrich Graetz, jüdischer Historiker) nahezu unbekannt. Das will ein Projekt des Israel Jacobson Netzwerks ändern. Durch die Anwendung von Extended Reality wird diese Geschichte in neuer Form per App auf dem Smartphone oder Tablet auf spielerische Weise erlebbar - nicht nur für Kinder und Jugendliche! 

Eine Veranstaltung des Israel Jacobson Netzwerks (IJN).

Als eines von 13 neuen Schwerpunktprogrammen richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das SPP "Jüdisches Kulturerbe" ein. Der Antrag entstand in Zusammenarbeit von Prof. Dr. Sarah  M. Ross, Direktorin des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik, Prof. Dr. Michael Brenner, Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der LMU München, Prof. Dr.-Ing. Alexander von Kinenlin, Lehrstuhl für Baugeschichte, Historische Bauforschung und Denkmalpflege an der TU München, Prof. Dr. Anette Weber, Lehrstul für Jüdische Kunst der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und PD Dr.-Ing. Ulrich Knufinke an der Bet Tfila – Forschungsstelle der TU Braunschweig.  Weitere Informationen…

Die DFG hat am 18. Mai 2021 die Einladung zur Projektantragsstellung veröffentlicht. Lesen Sie mehr… 

CfP: Umnutzung, Neubau, Rekonstruktion

Debatten um Architektur und Gedenken in der deutsch-jüdischen Geschichte nach 1945

Workshop, Potsdam, 24.–26. Februar 2022

Im Winter 2022 wird die Tagung "Umnutzung, Neubau, Rekonstruktion – Debatten um Architektur und Gedenken in der deutsch-jüdischen Geschichte nach 1945" von Alexandra Klei (Hamburg/Berlin), Karen Körber (Hamburg), Miriam Rürup (Potsdam) organisiert. Diese Tagung wird zwar nicht von der Bet Tfila mitveranstaltet, dennoch möchten wir Ihnen den Call for Papers gerne zur Kenntnis geben:         

Der Call for Papers steht Ihnen hier zum Download bereit .
Deadline:  31. Juli 2021, tagung-synagogen<at>uni-potsdam.de
Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch

Von Braunschweig in die Welt
Galka Scheyer und die Moderne Kunst

Emmy E. Scheyer, self portrait, 1915, signed RENÉE (Courtesy of Estate of Lette Valeska, trustees: Julia Hammid & Petra Hammid)Die Malerin, Kunsthändlerin und -sammlerin Galka Scheyer, geboren 1889 als Emilie Esther Scheyer, stammte aus einer Braunschweiger Unternehmerfamilie. Bekanntheit in der Kunstgeschichte erlangte sie jedoch weniger durch ihre eigenen künstlerischen Werke, sondern durch die Künstlergruppe „Blaue Vier“, die sie gemeinsam mit vier damals noch wenig bekannten Künstlern des Weimarer Bauhauses gründete: Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Alexej von Jawlensky. Ihr Weg führte sie bis in die USA, wo sie ab 1924 lebte und 1945 in Hollywood starb. 

Als Projekt des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wird die Bet Tfila – Forschungsstelle die Ergebnisse der internationalen Tagung „Galka Scheyer – A Jewish Woman in International Art Business“ publizieren. Galka Scheyers Leben und Netzwerk wird außerdem in Kooperation mit dem Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. und dem Galka Emmy Scheyer Zentrum e.V. online und als Stadtführer durch Braunschweig bekannt gemacht.