Bet Tfila – Forschungsstelle

für jüdische Architektur in Europa

Willkommen

Net Olam

Kick-Off zum Projekt am 30. Juni 2022

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für vier Jahre geförderten Forschungsprojekt „Net Olam“, das die Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa (Braunschweig), das Salomon Ludwig Steinheim-Institut (Essen) und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege durchführen, sollen die Hintergründe, das tatsächliche Ausmaß, die Art der Schäden die materiellen und immateriellen Folgen antisemitischer Angriffe auf jüdische Friedhöfe untersucht werden. Außerdem betrachten wir die zahlreichen Vermittlungsprojekte, die es zu jüdischen Friedhöfen gibt. Insbesondere zielen wir auf Prävention. Dazu möchten wir ein Netzwerk auf Augenhöhe mit Expert:innen und ‚Kümmerern‘ vor Ort (Citizen Science), mit Gemeinden und Praxispartnern gründen. Zum Projektauftakt laden wir daher ganz herzlich ein!

Das Programm finden Sie hier zum Download.

Anmeldung bei Dr.-Ing. Katrin Keßler: 0531/391-2526 | .

Galka Emmy Scheyers Galeriehaus in Hollywood

Vortrag von Gilbert Holzgang, am 5. Juli 2022, 18:30 Uhr

Galka Emmy Scheyer in ihrem Galeriehaus, auf dem Balkon die Filmemacherin Maya Deren. ©: Julia Hammid & Estate of Tino Hammid.

Der Vortrag erläutert mit vielen Briefzitaten und Fotos, warum die Braunschweiger Malerin und Kunstförderin Galka Emmy Scheyer in den unbesiedelten Hügeln von Hollywood ein Haus mit Gemäldegalerie bauen ließ. Es bot Platz für Ausstellungen der Maler Lyonel Feininger, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Galka Emmy Scheyer hatte sie in Deutschland kennengelernt und zur Gruppe „Blaue Vier“ vereinigt. Sie verstand sich nicht als Kunsthändlerin mit kommerziellen Interessen, sondern als Vermittlerin, Botschafterin und Missionarin der europäischen Moderne. Sie war Jüdin und erlebte 1933 Hitlers Machtübernahme in Berlin. Um ihre Arbeit in Amerika weiterführen zu können, beauftragte sie den österreichischen Architekten Richard Neutra mit dem Bau eines geeigneten Hauses. Er war wie sie Jude im Exil und ein Wegbereiter, bekannt für seine lichtdurchfluteten Villen mit wohltuendem Bezug zur natürlichen Umgebung.1936 wurde der Stahlskelettbau durch eine Dachwohnung für Gäste erweitert, der Architekt Gregory Ain plante und baute sie. Galka Emmy Scheyer empfing in ihrem sensationellen Zuhause Marlene Dietrich, Greta Garbo und andere Prominente und versuchte, sie für die moderne Malerei zu begeistern. Langfristig lohnte sich ihre Mühe!

Gilbert Holzgang produzierte 2012 eine Aufführung über Galka Scheyer und Lyonel Feininger und setzte seine biografischen Forschungen fort. Seine Theater Zeitraum-Aufführungen „Galka Scheyers Fotoalbum“ und „Galka Scheyer in Amerika“ wurden große Publikumserfolge. 2021 gründete er das Galka Emmy Scheyer Zentrum (www.galka-scheyer.de). 

Im Rahmen der Vortragsreihe der Bet Tfila – Forschungsstelle
am Dienstag, den 05.07.2022 um 18:30 Uhr
im Hörsaal SN 19.2 des Altgebäudes der TU Braunschweig (Pockelsstr. 4/Trakt Schleinitzstraße).

Foto: Galka Emmy Scheyer in ihrem Galeriehaus, auf dem Balkon die Filmemacherin Maya Deren. Copyright: Julia Hammid & Estate of Tino Hammid.

Flyer der Koldewey-Gesellschaft

Architektur und Sachkultur im Allgemeinen wurden lange als nachrangige Komponente der von religiösem und geistesgeschichtlichem Schrifttum geprägten europäisch-jüdischen Kultur betrachtet und erfahren erst seit wenigen Jahrzehnten ein breiteres Interesse durch die kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung. Insbesondere die Synagogenarchitektur war lange ein Desiderat der europäischen Judaistik bzw. Jüdischer Studien, obgleich Architektur unabdingbare Voraussetzung und vielfach auch Symbol und Abbild gemeinschaftlichen religiösen Lebens ist. Vielerorts zeugen nur noch diese Bauten, verbunden mit Ritualbädern, Gemeindehäusern und Friedhöfen von der wechselhaften Geschichte der jüdischen Gemeinden in Europa und im gesamten Mittelmeerraum seit der Antike.

Das Tagungsthema fragt nach dem Beitrag der Bauforschung auf diesem Feld der europäischen Kulturforschung. Es lenkt nicht zuletzt den Blick auf ein in vielen Ländern Europas (vor allem in Osteuropa) bedrohtes oder vergessenes Kulturerbe, das auch bei uns erst langsam ins öffentliche Interesse rückt.

Das aktulle Programm finden Sie auf der Homepage der Koldewey-Gesellschaft.

Die Bet Tfila – Forschungsstelle ist mit Vorträgen von Katrin Keßler, Vladimir Levin sowie Kamila Lenartowicz & Mirko Przystawik dabei!

Externe ZuhörerInnen sind selbstverständlich herzlich willkommen!

Jewish Topographies

5th International Congress on Jewish Architecture

Plan zum Wegweiser durch die Jüdische Gemeinde Berlin, 1937

The conference will focus on the meaning of the term “Jewish topography” and also on how historical phenomena can be categorized both socially and culturally. Jewish residential areas and settlements, facilities of Jewish communities (such as synagogues, cemeteries, schools or hospitals), or locations of companies and shops can form significant topographical networks in cities and landscapes. Jewish topographies stand in a spatial and social context with corresponding places of the non-Jewish population, in which different cultural, religious or ethnic groups find their own spaces. Conflicts and cooperations, exclusions and limitations emerge in the spatial relationships between these locations and their respective urban and architectural design reflect the possibilities and expectations of the respective and related groups.

The 5th International Congress on Jewish Architecture will be held virtually on March 28–31, 2022. The updated  conference program is online here. 
Please send us an e-mail to register for updates on the conference program. 

Jüdische Topographie

Montagsvortrag des Nds. Landesamts für Denkmalpflege

Hannover Jüdische Friedhofshalle

2020 starteten das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, die Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur an der Technischen Universität Braunschweig und das Center for Jewish Art an der Hebrew University of Jerusalem das Projekt »Niedersachsen – Eine jüdische Topographie«, gefördert durch PRO*Niedersachsen. Die »Jüdische Topographie Niedersachsen« stellt Informationen über historische Bauten und Einrichtungen jüdischer Gemeinschaften zur Verfügung.

Auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen gab es bis zur Zerstörung und Vernichtung durch antisemitische Deutsche in der Zeit des Nationalsozialismus in weit über hundert Orten jüdische Gemeinschaften mit einer Vielzahl religiöser, sozialer und kultureller Einrichtungen. Die meisten ihrer Synagogen, Betsäle, Ritualbäder und Religionsschulen sind heute verloren oder oft entstellend umgebaut, und auch auf den überwiegend erhaltenen Friedhöfen sind die Folgen von Schändungen und Zerstörungen unübersehbar. Dennoch zeugen zahlreiche Orte und Objekte von jüdischer Kultur und Geschichte, aber auch von lokaler und regionaler Erinnerungsarbeit und nicht zuletzt vom Leben in heutigen jüdischen Gemeinden im ganzen Land.

Am 7. März 2022, ab 18.30 Uhr, präsentiert die Projektgruppe erste Ergebnisse ihrer Forschungen. Die Veranstaltung wird live im Denkmalatlas Niedersachsen und auf dem YouTube-Kanal des NLD übertragen.

Das Programm und Aktualisierungen finden Sie auf der Webseite des NLD.

Israel Jacobson (1768-1828)

Studien zu Leben, Werk und Wirkung

Bd. 12

Israel Jacobson (*17. Oktober 1768, Halberstadt) wurde als Bankier und Rabbiner in Braunschweig zu einer führenden Persönlichkeit auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Juden und zum Vorkämpfer der jüdischen Reformbewegung im Gefolge der jüdischen Aufklärung (Haskala). Die von ihm und seinen Mitstreitern vorangetriebene Bildungsreform, für die er mit der Gründung einer jüdischen Freischule in Seesen eine bis ins 20. Jahrhundert tätige Bildungsanstalt schuf, avancierte zum Ausgangspunkt der Teilhabe von Juden an der bürgerlichen Gesellschaft. Jacobsons Reform des jüdischen Gottesdienstes, die er im Seesener Jacobstempel umsetzte, schuf die Grundlagen für die bis heute in aller Welt praktizierten und diskutierten Ideen des Reformjudentums. Als Philanthrop, Mäzen und Stifter ließ Jacobson aber auch die nicht-jüdische Bevölkerung an seinem Aufklärungswerk teilhaben. Als er im Jahr 1828 in Berlin starb, hatte in den Beziehungen zwischen Juden und Nicht-Juden bereits ein grundsätzlicher Wandel eingesetzt, dessen Wirkungen bis in die Gegenwart verfolgt werden können. Der vorliegende Band legt ein biographisches Handbuch en miniature mit einem offenen hermeneutischen Ansatz vor.

Buchvorstellung am 08.02.2022 um 19:00 im Braunschweigischen Landesmuseum Hinter Aegidien. Es sind noch wenige Plätze frei. Informationen zur Anmeldung und den Modalitäten finden Sie auf der Seite des BLM.

Galka Scheyer. A Jewish Woman in International Art Business

Bd. 13 der Bet Tfila – Schriftenreihe ist erschienen

Bd. 12

Galka (Emmy E.) Scheyer (1889–1945) was an extraordinary woman: Jewish, painter, art collector, and mediator. After meeting the Bauhaus artists Alexej von Jawlensky, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, and Paul Klee, she founded the artists’ group “The Blue Four” along with them. To promote her “four kings” not only in Europe, she emigrated to the US in 1924. Scheyer organized exhibitions and gave lectures all over the world. The famous architect Richard Neutra designed a gallery building for her in the Hollywood Hills, where she lived and welcomed art collectors and Hollywood’s high society, including Marlene Dietrich, Greta Garbo, Fritz Lang, and Josef von Sternberg. She died in Hollywood in 1945. This volume presents the papers held at the Galka Scheyer international conference in Braunschweig, the city of her birth, in November, 2019.

Das Buch ist im Buchhandel und direkt beim Verlag erhältlich.
Weitere Informationen finden Sie hier

Wandernde Objekte des Jüdischen

Bd. 3 der Reihe "Jüdisches Kulturerbe" ist erschienen

Bd. 3

Den „wandernden Objekten“ und ihren Wegen nachzu- gehen, sie als Zeugnisse und Spiegelbilder der Geschichte und Kultur der Menschen zu betrachten, die sie schufen, nutzten, tauschten, raubten, zerstörten, wiederherstellten oder umgestalteten, bringt der interdisziplinären, Länder-, Sprach- und Kulturgrenzen überschreitenden Forschung erhebliche Erkenntnisgewinne. Nicht zuletzt in der vermittelnden Kulturarbeit in Museen und Gedenkstätten ist das Storytelling anhand von Objekt-Geschichten gängige Praxis.

Das Buch ist über das Netzwerk Jüdisches Kulturerbe erhältlich.
Weitere Informationen finden Sie hier

Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben; Anmeldung bis zum 15. Juli 2021 an: k.kessler@tu-bs.de Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben; Anmeldung bis zum 15. Juli 2021 an: k.kessler@tu-bs.de