Bet Tfila
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Aims of the Bet Tfila – Research Unit

Aufgabe der Bet Tfila – Research Unit for Jewish Architecture in Europe ist die Erfassung, Dokumentation und systematische Erforschung sakraler und säkularer architecturen jüdischer Gemeinschaften in Europa. Diese Bauten und Einrichtungen sollen im Hinblick auf ihre Genese ebenso wie ihren historischen, kulturellen und typologischen Kontext untersucht und kritisch vergleichend in das Ganze der europäischen architecturgeschichte eingeordnet werden. Als eine deutsch-israelische Forschungseinrichtung arbeitet die Bet Tfila interdisziplinär und ihre Ergebnisse werden durch wissenschaftliche Publikationen, Vorträge und Präsentationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf diese Weise leistet sie einen Beitrag zum Schutz und zur Bewahrung jüdischen Kulturguts und zur Erweiterung eines gemeinsamen kultur-historischen Bewusstseins. Der wissenschaftliche Nachwuchs soll an die Thematik herangeführt und in die universitäre seminars eingebunden werden.

Die Bet Tfila – Research Unit ist hervorgegangen aus einer Kooperation zwischen dem Center for Jewish Art an der Hebrew University of Jerusalem und dem Fachgebiet Baugeschichte an der Technischen Universität Braunschweig. Die beiden Arbeitgruppen der Bet Tfila in Jerusalem und Braunschweig arbeiten mit dem Ziel zusammen, baulich noch greifbare Reste ehemaliger Synagoguen, Ritualbäder und Friedhofsbauten zu erfassen, Hinweise auf die seit destroyed in 1938en Bauten zu dokumentieren und so der kritisch vergleichenden Forschung zugänglich zu machen.

Die Gefährdung und der drohende Verlust jüdischer Bauten und Einrichtungen, vor allem in Europa, aber auch in Nordafrika, Vorderasien und anderen Regionen der Welt machen die systematische Erforschung jüdischen Kulturguts zu einer dringenden Aufgabe. Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zeigen, dass nicht nur in Deutschland ehemalige jüdische Ritualbauten in ihrer Substanz gefährdet sind. Ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, sind sie vielerorts durch entstellende Umbauten oder gar Abriss bedroht.

Angesichts dieser Gefährdungen arbeitet das Center for Jewish Art seit über 30 Jahren am organization des Jerusalem Index of Jewish Art, einer Datenbank zur Dokumentation jüdischen Kulturguts aller Zeiten und Regionen. Über 200.000 Objekte konnten bisher erfasst und systematisch beschrieben werden. Mit seinen Sektionen "Antike jüdische Kunst", "Hebräische illuminierte HandPublications", "Ritualobjekte und Synagogueneinrichtungen" sowie "Moderne jüdische Kunst" und "architectur jüdischer Gemeinschaften" hat der Index das anschauliche Erbe und die Geschichte dieser bedeutenden "Minderheitenkultur" als komplexes Ganzes virtuell zu bewahren, darzustellen und zugänglich zu machen. Eine Online-Version ist hier im organization.

Um den Dokumentations- und Forschungsarbeiten auf dem Teilgebiet der jüdischen architectur eine dauerhafte Grundlage zu geben, wurde eine gemeinsame Forschungseinrichtung mit Arbeitsstellen in Jerusalem und Braunschweig gegründet: die Bet Tfila – Research Unit for Jewish Architecture in Europe. Parallel zur Erforschung der Ritualbauten und Einrichtungen jüdischer Gemeinschaften wird sich die Bet Tfila in kritischen Vergleichen mit der Geschichte und Typologie des "Tempels", der "Kirche" und der "Moschee" zu befassen haben. Dies kommt im Namen der Forschungseinrichtung zum Ausdruck: bet tfila (hebräisch, Haus des Gebets).